Lehrfahrt 2012

Imker fahren in den Bayerischen Wald

Gut gelaunt starten der Kreisverein Rosenheim mit einem vollbesetzten Bus zu
seinem jährlichen Ausflug

Die erste Pause wurde beim Ortsvorsitzenden Alois Gmeineder in Taufkirchen
eingelegt, der für seine vielen Erfindungen zu Erleichterung der Arbeit in der
Imkerei bekannt ist. Besonders interessant war ein Bienenvolk, das man durch
die Entfernung von Beuten-Seitenteilen von außen beobachten konnte. Aber auch
seine kippbaren Magazine und sein allgemein zugängliches Verkaufsregal, in dem
er verschiedene Bienenprodukte verkauft, fesselten sie Besucher.

Anschließend ging es dann in das das Infohaus Isarmünd bei Plattling, wo der
Landkreis Deggendorf den Imkern ein ganzes Haus als Lehrbienenstand zu
Verfügung stellt. Der Bayerische Zuchtobmann Theo Günther zeigte uns die
Ausstellungen über die Isarmündung und die dort lebenden Tiere und Pflanzen. In
dem vorbildlichen Haus werden nicht nur Imker geschult sondern es kommen auch
Kindergärten und Schulklassen und busweise Besucher von weit her.

Am Nachmittag wurde der „Wald-Wipfel-Weg“ in St. Engelmar begangen, bei dem man
über einen 20 m hohen Steg über die Wipfel der Bäume das Umland betrachten
kann. Die Ortsvorsitzende von Viechtach, Rita Bergbauer, stellte den aus
Österreich kommenden Varroa-Controller vor. Mit diesem Gerät werden alle
Brutwaben eines Volkes ohne ansitzende Bienen auf etwa 42 Grad erwärmt, was zum
Tod der für die Bienenvölker tödlichen Varroamilben führt, die Brut aber nicht
schädigt. Das sehr teure Gerät (2200 Euro) braucht für 18 Brutwaben rund ein
bis zwei Stunden.

Am nächsten Tag besichtigten die Imker dann in Bodenmais eine Glashütte, in der
die Herstellung von Glasbläsereiartikel gezeigt wurden und man schöne
Glasartikel kaufen konnte.

Am Nachmittag stand der Prüfhof in Kringell auf dem Programm. Es ist einer von
drei staatlichen Prüfhöfen, die es nur in Bayern gibt. Rund 200 Völker mit
Königinnen von Reinzüchtern werden dort auf ihre Effektivität geprüft. Der
Leiter dieser Einrichtung, Achim Fuchs, stellte seine Arbeit und die
Betriebsweise mit dem „Erlanger Magazin“ vor. Selbstverständlich war auch die
Varroosebehandlung ein Thema.

Am letzten Tag machten die Imker eine hochinteressante Führung durch den
Nationalpark Bayerischer Wald. Bei einer anschließenden Besichtigung des
Lehrbienenstandes in Kirchberg am Wald, der von der dortigen Gemeinde für rund
200.000 Euro mitten im Ort errichtet werden konnte. Ein engagierter
Bürgermeister und viele ehrenamtlichen Helfer, die um den Wert der
Bienenhaltung für die Allgemeinheit wissen, ermöglichten dieses schöne Haus in
Wabenform. Auch hier kommen nicht nur Imker zur Ausbildung her sondern auch
Kindergärten, Schulklassen und Busse aus ganz Mitteleuropa.

Glück hatten die Imker auch mit dem Wetter. Es regnete häufig, aber fast immer
wenn die Imker nicht im Freien sondern bei einer Innenbesichtigung waren.

Der besondere Dank gebührt dem Ehepaar Angela und Andreas Solinger, die diese
Reise geplant und ermöglicht haben!

Text: Hans-Hagen Theimer

Bilder: Johann Mayer, Monika Fischer (Bienennahaufnahmen),Hans-Hagen Theimer.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.